Vereinigung – Der Impuls, der in die Welt möchte

Vereinigung ist eine feinstofflich-energetische Qualität, die es uns ermöglicht augenblicklich aus dem Spiel der Polarität auszusteigen und das Wahre in uns lebendig werden zu lassen. Sie ist eine mächtige Kraft, die aus sich heraus Gegensätze auflöst. Nicht aus Kampf oder Überwindung, sondern durch ein „Auf-sich-zubewegen“.

Sie kann als sanft und zart wahrgenommen werden und gleichzeitig als unendlich kraftvoll bis hin zu zerstörerisch. Doch beide Wahrnehmungen greifen zu kurz.

Es ist eine freilegende Kraft.

Da die Qualität der Vereinigung aus der bedingungslosen Liebe – der mächtigsten Kraft im Universum – entsteht, gibt es nichts, was nicht durch sie vereint werden kann.

So ist sie in der Lage selbst Licht und Dunkel zu vereinen.

Wie kann das sein?

Im tiefsten Kern dieser starken Gegensätze muss wohl etwas sein, was miteinander vereint werden kann.

Wenn ein Teil von etwas Ganzem von Vereinigung durchdrungen wird, dann bewegt sich dieser Teil durch bedingungslose Liebe in maximaler Geschwindigkeit zur Einheit hin. Diese Hinbewegung zur Einheit führt dazu, dass es zwangsläufig mit dem Gegensatz von Sich Selbst in Verbindung kommt, damit ein Eintauchen in die Einheit möglich wird.

„Wenn dein inneres Licht zu leuchten beginnt, sei dir gewahr, dein eigen Dunkel wird dir gewahr. Trenne es nicht von deinem Licht, denn Licht und Dunkelheit gibt es eigentlich nicht.“

Als im Spiel der Polarität wandelnder Mensch sehen wir die Dinge oft begrenzt. Wir sehen die Welt in Positiv & Negativ als ganz klar getrennte Dinge, es ist die Realität unserer Welt.

Jedoch ist in Wahrheit das Positive nicht „besser“ als das Negative. Das „negative“ nicht schlechter als das Positive. 

Wie oft hast du schon erlebt, dass ein anfänglich negatives Ereignis zu etwas überaus positiven geführt hat?

Wie kann etwas Positives aus etwas Negativem entstehen, wenn das Positive nicht im Negativen vorhanden ist?

Vereinigung bedeutet, aus diesem Spiel auszusteigen und diese beginnt augenblicklich, wenn wir unsere Pole in uns, in unserem Herzen in bedingungsloser Liebe halten.

Dann wirkt augenblicklich unser Naturell, unser Wahres Sein durch uns hindurch und vollbringt das Unvorstellbare.

Vereinigung im Innen – der Impuls

Als Mensch verkörpern wir genau die Polarität, in der wir leben. In uns bilden sich dadurch zwei fundamentale Bewegungen ab:

Die Hinbewegung

  • Ich bin
  • Ich darf
  • Ich muss

Die Wegbewegung

  • Ich bin nicht
  • Ich darf nicht
  • Ich muss nicht

Diese Bewegungen liegen all unseren übergelagerten Anteilen zugrunde. Unseren Verschmelzungsanteile, unseren Autonomieanteilen. Unseren negativen, verletzten Anteilen – unseren positiven, geheilten Anteilen.

Im Detail beleuchte ich die Entstehung dieser Aspekte in meinem Artikel zur Urbewegung der Trennung.

Wie folge ich diesem Impuls?

Im ersten Schritt gilt es zu erkennen, dass das, was wir als Ich betiteln, nur der Kanal der Entstehung ist. Eine unbewusste Identifikation mit dem Ich führt zwangsläufig zu Leid.

Der zweite Schritt umfasst die Öffnung des Herzens. Das Herz ist der Ort in einem Menschen, indem Licht und Dunkel, Sein und Ich – vereint werden können.

Es ist der Raum deines Wahren, des göttlichen Funkens. Von hier aus kann das Wahre dein gesamtes Sein wieder durchdringen. Es ist die Tür zu deiner Wandlung.

Der dritte und ganz praktische Schritt ist es im Alltag zu jeder Zeit in diesem, deinem Herzraum zu Ruhen. Alles erlebte, wahrgenommen, gedachte und erfahrene wird stets im Herzraum gehalten. Egal ob es positiv oder negativ ist. Es wird nicht aufgebauscht, nicht unterdrückt – es ist einfach.

In aller Regel führt diese Öffnung und das liebevolle Halten zu anfänglichem Schmerz, da durch das lange Kompensieren, Verdrängen, Abspalten nun plötzlich ein Raum für all diese Anteile geöffnet worden ist. Jedoch wirst du feststellen, dass die Annahme von genau diesen abgespaltenen Anteilen dir immer genau das bringt, was dem Anteil scheinbar fehlt.

Wenn du beispielsweise dein Leben lang geleistet hast, so viel, dass du deinen Körper zerstört hast. So viel, dass du ohne das Leisten deine Identität verlierst. So viel, dass sich „Nicht-Leisten“ anfühlt wie der Tod – der Verlust von dir Selbst.

Dann wirst du durch das liebevolle Halten von genau diesem Anteil, die Qualität erhalten, die er an sich bindet. Du wirst das Gefühl von „Ich bin gut genug“ erhalten. Der verletzte Anteil, der denkt „ich muss leisten, damit ich gut genug bin“ beinhaltet gleichzeitig auch „Ich bin gut genug“.

Durch das liebevolle Halten im Herzen, kommt dieser Anteil in Kontakt mit der energetischen Qualität der Vereinigung und zieht so augenblicklich sein Gegenstück zu sich. Dadurch entsteht mit etwas Übung ein Raum, in dem beide Teile „Ich bin gut genug“ -> „Ich bin nicht gut genug“ Platz haben.

Das Ergebnis dieser Übung ist im Alltag eine sanft, heitere, gelöste und gleichzeitig geerdete Stimmung.

Durch das Sehen und Halten der beiden Pole in uns wird das Wahre lebendig und beginnt uns wieder zu durchdringen.

Wir erkennen unser Wahres Sein.

Vereinigung im Außen – die Verkörperung

Was im Innen begonnen hat, wird im Außen weitergeführt.

Im Kontakt mit einem anderen Menschen besteht immer die Möglichkeit zur Verkörperung von Vereinigung. Wenn der Gegenüber sein darf, wenn du sein darfst – dann entsteht etwas, was weit über die Regulation des Nervensystems hinaus geht.

Um diese Erfahrung zu machen, empfehle ich Gopal Norbert Klein und das Ehrliche Mitteilen sich anzueignen – es ist der wohl schnellste und zielstrebigste Weg um mit dem Außen wieder in echten, vereinenden Kontakt zu treten. Was oft wie Verbindung erscheint, ist in Wahrheit das gegenseitige Wegrennen von einander.

In aller Kürze geht es um das ehrliche Ausdrücken, von all dem, was in uns im Bezug auf den Gegenüber lebendig wird. Die Magie passiert in der Erfahrung, dass keine Gefahr mehr vom Gegenüber ausgeht, so wie es zu Beginn, als Kind erfahren wurde.

Jegliches Ich muss, Ich darf nicht, Ich bin nicht, verschwindet vollständig. Es entsteht eine noch unvorstellbare Nähe.

Genau in diesem Moment ist Vereinigung verkörpert und praktisch auf dieser Dimensionsebene in Ausdruck gebracht worden.

Folglich vereinigen wir so diese Ebene mit der feinstofflichen Welt und schließlich der göttlichen Welt – der Quelle allen Seins.

Wir erkennen unser Wahres Sein.

Vollkommen Sein.

In vereinender Liebe,
Johannes