17. November 2025
Die Urbewegung der Trennung
Auf hohen geistigen Ebenen wirkt ein schöpferischer Impuls der Trennung: Ein Teil des eigenen Seins wird abgespalten, um in diese dichte Dimension einzutreten. Dieser geistige Impuls schafft das Fundament unserer Urbewegung – der Trennung.
Durch den Inkarnationsprozess kommt dieser Impuls in die Verkörperung. Der neugeborene Mensch tritt in eine polare Welt, in der Trennung und Gegensätze herrschen.
Von Beginn an erfährt das Ich: So wie ich bin, bin ich nicht gut.
Das neugeborene Kind zeigt sich mit all seinem Wesen, mit all seinen Qualitäten – und erfährt, dass es nicht vollkommen angenommen wird.
- Ich bin zu laut.
- Ich bin zu leise.
- Ich bin zu freudig.
- Ich bin zu traurig.
- Ich bin zu viel.
- Ich bin zu wenig.
Unterschiedliche familiäre Prägungen, gesellschaftliche Erwartungen und Erfahrungen färben diese universelle kindliche Erfahrung ein.
Um diese lebensbedrohliche Situation, die es für das Kind darstellt, zu bewältigen, greift das Ich auf seinen fundamentalsten schöpferischen Impuls zurück: die Trennung.
Es beginnt, Teile von sich abzuspalten, drängt sie ins Unbewusste und entwickelt Überlebensstrategien.
Die Urwunde tritt in die Verkörperung – sie beginnt, sich auf der physischen Ebene zu manifestieren.
Das gesamte Wesen des Menschen wird so von Geburt an durch Trennung definiert. Da diese von uns getrennte Energie nicht erlischt und in Ausdruck kommen muss, sehen wir überall im Außen die Trennung, die jeder Mensch in sich trägt. In Medizin, Politik, Wirtschaft, Familie – überall ist Trennung zu sehen.
Die Trennung ist das Fundament dieser Welt.
Es wird getrennt in gut und böse, Licht und Dunkel.
Jedoch führt jegliche gute Bewegung zu einer bösen, und jede böse Kraft führt stets zu etwas Gutem.
„Ich bin ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft“
Goethe, Faust I
Der Mensch steckt dazwischen und wird je nach Prägung seiner kindlichen Erfahrung – seiner Urwunde – ein eigenes Verständnis von seinem Licht und Dunkel in sich tragen.
Es ist jedoch eine völlige Illusion und hat nichts mit dem Wahren zu tun.
Das Wahre, Lebendige liegt außerhalb dieser Trennung. Der Weg dorthin führt über das Herz zur Vereinigung und somit zu etwas Drittem, etwas völlig Neuem.
Deinem Wahren Sein.