31. Dezember 2025
Leistung als Folge der Trennung vom "Ich bin"
Das Ich bin ist der Ausdruck des Individuums,
des „Ichs“,
verbunden mit allem, was ist dem „bin“.
„Gott sprach zu Moses: Ich bin der Ich-bin.“
(2. Mose 3,14)
Es ist ein in sich ganzer, vollkommener Ausdruck.
Er braucht keinen Beweis. Keine Rechtfertigung. Keine Leistung.
Durch die Urwunde wird dieser vollkommene Ausdruck aufgebrochen.
Getrennt.
Es entsteht das:
Ich bin nicht.
Ein fundamentaler Ausdruck des Ungleichgewichts im menschlichen Sein.
Die Ursache nahezu aller darüberliegenden Probleme.
Ich bin nicht gut genug.
Ich bin nicht laut genug.
Ich bin nicht leise genug.
Ich bin nicht schlau genug.
Ich bin nicht klein genug.
Ich bin nicht groß genug.
Es entsteht Ungleichgewicht. Mangel.
Abtrennung von etwas, das einst in sich ganz war.
Durch die unterschiedlichen Umgebungen der frühen Kindheit
wird dieses Ich bin nicht individuell eingefärbt.
Die eigene Existenz an Leistung geknüpft.
Das Kind lernt:
Ich überlebe.
Ich bin sicher.
Ich werde gesehen,
wenn ich leiste.
So beginnt das Ich, sein Sein zu rechtfertigen.
Durch diese Verschiebung wird jeder innere Ausdruck
durch die Brille des Ich bin nicht wahrgenommen.
Alles wird Leistung:
das Leben.
die Persönlichkeit.
die Familie.
Verbindung.
Sport.
Ernährung.
Lieben.
Ruhen.
Leistung kann auch sein, dass einem alles egal erscheint.
Oft brodelt hier innerer Ausdruck,
der nicht nach außen darf,
überlagert von Ich-bin-nicht-Anteilen.
Dann ist es tägliche Leistung,
dass einem alles egal ist.
Eine Leistung, um das innere Ungleichgewicht
zu stabilisieren.
Es geht nicht anders.
Denn dies ist das Fundament des menschlichen Systems.
In das Nervensystem eingebrannt,
durchzieht es mit feinen Nuancen
jede Lebenssituation.
Leistung kann auch sein,
ständig das Leben genießen zu wollen.
Leistung ist überall das Positive sehen zu wollen.
Leistung ist überall das Negative sehen zu wollen.
Gedanken und Gefühle
werden durch diese Brille wahrgenommen.
Die gesamte Welt
durch das Ich bin nicht.
Die menschliche Welt, wie wir sie kennen,
existiert zu großen Teilen genau in diesem Zustand.
Es ist eine Welt gegen den Menschen.
Keine menschliche Welt.
Und doch ist sie vom Menschen.
Wie kann das sein?
Völlig umgedreht.
Völlig verkehrt.
Die Folge des Wechsels
vom Ich bin
zum Ich bin nicht.